Gemeinde Rorbas
Den Ortsnamen Rorbas schreibt man ohne «h», was allerdings wiederum nicht so selbstverständlich ist, kommt der erste Teil der Ortsbezeichnung doch von Rohr oder Röhricht her. Der zweite Teil «bas» entspringt der mittelalterlichen Bezeichnung «biuzu» bzw. «bozen», was gleichbedeutend ist mit «schlagen». Rorbas wäre somit mit der Bezeichnung «Rohrschlag» gleichzusetzen, woraus angenommen werden kann, dass in Rorbas Rohr geschlagen wurde (wahrscheinlich für die damaligen Hausdächer). Damit Rohr gedeihen kann, braucht es sumpfiges Gelände und dies dürfte in Rorbas reichlich vorhanden gewesen sein. Verschiedene Flurnamen weisen noch heute darauf hin, so z.B. Riet, Riedern, Mittlerriet, Auenriet etc. In älteren Urkunden wurde die Gemeinde denn auch Rorboz, später dann auch Rorboss und Rorbis genannt.
Der Ursprung der Gemeinde geht auf das frühe Mittelalter zurück und sie soll, dies ist allerdings umstritten, bereits 984 erstmals erwähnt worden sein. Erwiesen ist jedoch das Auftreten eines «Lamprecht von Rorbas» im Jahre 1044 anlässlich eines Rechtsstreits. Später dann, bis ins vierzehnte Jahrhundert ist immer wieder von «deren zu Rorbas» die Rede. Von 1 513 bis 1798 unterstand die Gemeinde der Herrschaft «deren zu Teufen». Teufen gehört heute zur Politischen Gemeinde Freienstein-Teufen, der mit Rorbas eng verbundenen Nachbargemeinde.
Noch ein paar Bemerkungen zum Wappen von Rorbas: Es stellt ein halbes goldenes Mühlrad auf blauem Grund dar. Die Gemeinde führt das Wappen offiziell seit ca. 1850 und leitete es vom Familienwappen der Familie Müller von Rorbas ab, welches schon in der Zürcher Wappenrolle von 1340 zu finden war. Das Wappen dürfte auch darum gewählt worden sein, weil in Rorbas einst verschiedene Mühlen, angetrieben vom «Wildbach» genannten Dorfbach, betrieben wurden. Die letzte, die Lochmühle, fiel im Jahre 1970 einem Grossbrand zum Opfer.